Mississippi Queen, Cape Girardeau, 2006
Mississippi Queen, Cape Girardeau, 2006

Heute möchte ich Euch einen Raddampfer vorstellen, der eigentlich gar nicht so alt ist, aber dennoch bereits der Vergangenheit angehört. Die damalige Delta Queen Steamboat Company war Anfang der 1970er Jahre so erfolgreich, dass der Wunsch nach einem zweiten, größeren Raddampfer aufkam. So wurde ab 1973 bei Jeffboat in Jeffersonville, Indiana, gegenüber dem bekannteren Louisville, Kentucky, mit dem Bau der Mississippi Queen als Hull 2999 begonnen. Am 30. November 1974 wurde sie zu Wasser gelassen und am 20. April 1975 getauft. In Betrieb ging sie erst ein Jahr später am 20. Juli 1976. Die Mississippi Queen hatte 208 Kabinen für 422 Passagiere.

Great Steamboat Race, Riverlore Rumble, 2005
Great Steamboat Race, Riverlore Rumble, 2005

Als erster Raddampfer verfügte die Mississippi Queen sogar über einen kleinen Pool auf dem Sonnendeck. Eine weitere Besonderheit war die weltgrößte Dampforgel – calliope. Diese hatte nicht nur 32 Dampfpfeifen, sondern sogar 44. Die Mississippi Queen war aus heutiger Sicht wohl keine Schönheit, denn man wollte ein modernes Schiff bauen. Entstanden ist ein Raddampfer mit deutlichen Design-Elementen aus den 1970er Jahren. Damals war sie das Non-Plus Ultra. Doch schon bald hatte man sich an diesem Design sattgesehen und die Mississippi Queen wurde innen mehr an den traditionellen viktorianischen Stil angepasst. 2004 fuhren wir mit ihr ab New Orleans über das amerikanische Thanksgiving-Fest. Im darauffolgenden Jahr nahmen wir am Great Steamboat Race gegen ihre Schwester Delta Queen von New Orleans nach St. Louis teil und gewannen den Riverlore Rumble Wettbewerb. 2006 ging es dann von St. Louis nach St. Paul (o.k., nur bis Red Wing). Viele schöne Erinnerungen sind mit diesem Schiff verbunden. So sind wir bei unserer letzten Fahrt an der Schleuse in Genoa, Wisconsin, von Bord geklettert, weil unsere Freunde uns dort abholten, um – natürlich – mit einem anderen Raddampfer, der Julia Belle Swain, zu fahren. Auch letztere fährt derzeit leider nicht mehr.

Mississippi Queen, TallStacks 2006, Ohio River
Mississippi Queen, TallStacks 2006, Ohio River

Im Jahr 2007 beschloss der damalige Eigentümer, die Majestic America Line, die Mississippi Queen umfangreich umzubauen und zu renovieren. Dafür wurde sie zur Perry Street Wharf in New Orleans, Louisiana, gebracht. Doch kurze Zeit später wurden die Umbaupläne eingestampft, die Mississippi Queen begann in der schwülen Luft von New Orleans vor sich hin zu schimmeln. Die meisten Inneneinbauten waren bereits verschwunden. Mehr und mehr verschwand spurlos, wie beispielsweise die Dampforgel. Viele Interessenten gab es für das Boot, doch kein Vertrag kam zustande. Schließlich landete die Mississippi Queen bei einem neuen Eigentümer, der beschloss, dass ihr Stahl als Schrott mehr wert ist als als Schiff. 2011 wurde die Mississippi Queen nach Belle River, Louisiana, gebracht und wird dort abgebrochen. Selbst die Dampfmaschienen werden verschrottet. Anfang August 2011 war nur noch der Rumpf übrig. Die Glocke konnte gerettet werden und kam wieder zurück nach Jeffersonville in das Howard Steamboat Museum.

Mississippi Queen, TallStacks 2006, Cincinnati John A. Roebling Brücke
Mississippi Queen, TallStacks 2006, Cincinnati John A. Roebling Brücke

Mein Mann hat ein schönes Videoportrait der Mississippi Queen erstellt. Sänger und Raddampfer-Kapitän John Hartford hat diesen wundervollen Song über die Mississippi Queen geschrieben. Seinen größten Hit hatte John Hartford übrigens mit Gentle On My Mind, dessen wohl berühmteste Cover-Version von Glen Campell gesungen wurde. Aber auch Elvis Presley, Dean Martin und Frank Sinatra haben dieses Lied gecovert. John Hartford verstarb leider viel zu früh im Jahr 2001.

Mississippi Queen, Stoermers, Burlington, IA
Mississippi Queen, Stoermers, Burlington, IA

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema zurück: Kreuzstich! Dieses Muster stammt ebenfalls von dem Online-Auktionshaus mit den vier Buchstaben. Mit 220 auf 66 Stichen ist es ziemlich breit. Es stammt von Stoermers in Burlington, Iowa. Stoermers war offensichtlich ein Handarbeitsgeschäft in Burlington, das aber Anfang 2009 nach 46 Jahren und in der zweiten Inhaber-Generation seine Pforten schloss. Eine Jahreszahl ist auf dem Muster leider nicht angegeben, aber es dürfte aus den 1980er Jahren stammen. Gestickt wurde wieder auf 18 count Aida mit DMC Garnen. Das Muster ist sehr detailreich und daher ein Schmuckstück in meiner Sammlung.

Farewell, Mississippi Queen!!

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