Ticonderoga, Shelburne Museum
Ticonderoga, Shelburne Museum

Heute möchte ich euch gerne das Shelburne Museum in gleichnamigen Ort in Vermont ans Herz legen. Shelburne liegt etwa 19 km südlich von Burlington. Grund unseres Besuchs war eigentlich der Seitenraddampfer Ticonderoga, der 1906 in Shelburne gebaut wurde und auf dem nahegelegenen Lake Champlain im Einsatz war. 1953 ging das Schiff außer Dienst und wurde in einer waghalsigen Aktion 1955 auf dem Landweg mittels Schienen über 2 Meilen zu ihrem jetztigen Platz manövriert. Ein Freund von uns hatte bei den Restaurierungsarbeiten in den 1990er Jahren geholfen und von diesem Schmuckstück geschwärmt. Den Rest des Museums hatten wir allerdings vollständig bei unseren Vorbereitungen ignoriert und waren äußerst positiv überrascht!!

Rundscheune, Shelburne Museum
Rundscheune, Shelburne Museum

Die erste Überraschung war bereits die Aussage der Dame am Ticket-Schalter, dass die Eintrittskarten für zwei Tage gültig seien. Wir hatten aber nur einen Tag eingeplant. Gleich vorweg, wer nach Shelburne kommt, sollte auf jeden Fall die zwei Tage nutzen! Das Shelburne Museum ist ein Freilichtmuseum mit diversen Kunst- und Kunstgewerbeausstellungen. Electra Havemeyer Webb (1889 – 1960) hatte nicht nur ihre Grundstücke, sondern auch ihre lebenslangen Sammlungen für dieses Museum zur Verfügung gestellt. Darunter sind 37 historische Gebäude, wie bespielsweise diese einzigeartige Rundscheune aus dem Jahr 1901, die bei unserem Besuch eine Ausstellung von Quilts zeigte, die alle in Erinnerung an eine verstorbene Person gemacht wurden. Sehr schöne Arbeiten!!

Lighthouse, Shelburne Museum
Lighthouse, Shelburne Museum

Eine weitere hufeisenförmige Scheune beherbergt eine Darstellung einer Zirkus-Parade mit ca. 30 cm hohen Figuren. Gleich daneben steht ein historisches Karussell. 240 Kutschen und Schlitten finden sich in einer anderen historischen Scheune. In einer Schmiede werden kunstvolle Haken vor den Augen der Besuchern gefertigt. Eine Druckerei und eine Weberei, die aus selbst angebautem Flachs wunderschöne Stoffe herstellt, sind ebenfalls vorhanden. Alle Handwerkstechniken werden vorgeführt und vor allem Kinder können auch selbst mit Hand anlegen. Rund 80.000 Kunst- und Kunstgewerbegegenstände befinden sich auf dem Gelände, darunter Gemälde, Metall-Spielzeug, Spielzeug-Automaten, Porzellanpuppen und vieles mehr. An Gebäuden ist noch hervorzuheben eine typisch amerikanische Covered Bridge, ein Leuchtturm und ein historisches Ein-Raum-Schulhaus. Letztere bringen mich zum Thema Kreuzstich zurück.

Lighthouse by The Posy Collection
Lighthouse by The Posy Collection

Jedes Museum in den USA hat einen umfangreichen Museums-Laden. Die Verkäufe tragen unter anderem zur Finanzierung eines Museums bei. Selbstverständlich hat auch das Shelburne Museum einen großen Souvenir-Shop. Draußen vor dem Shop stand ein Tisch mit reduzierten Sachen. Eine ganze Kiste mit Kreuzstich-Kits war dabei! Nicht alles entsprach meinem Geschmack, aber zwei Counted Cross Stitch Mini-Kits hatten es mir angetan. Zum einen das Lighthouse, das ihr oben im Original sehen könnt. Der Leuchtturm ist von 1871 und stand ursprünglich am Cochester Reef am Lake Champlain. Das Kit wurde von Ceil Humphreys für The Posy Collection exklusiv für das Shelburne Museum designt. Das Kit wurde auf 14 count Aida (Charles Craft fabric) gearbeitet mit DMC Garn. Die fertige Größe ist 4 mal 5 inches. Das Kit trägt die Nummer PC-169 und das Datum 1997.

Schoolhouse by The Posy Collection
Schoolhouse by The Posy Collection

Das zweite Kit zeigt das Schoolhouse aus dem Jahr 1840 von Vergenne, Vermont. Es handelt sich um ein klassisches Ein-Raum-Schulhaus, in dem alle Kinder des Ortes unabhängig vom Alter gemeinsam unterrichtet wurden. Auch dieses Kit (Nr. PC-172) stammt von Ceil Humphreys für The Posy Collection. Die fertige Größe beträgt ebenfalls 4 mal 5 inches, gearbeitet auf 14 count Aida (Charles Craft fabric) mit DMC Garn. Auch dieses Kit stammt aus dem Jahr 1997. Bei diesem Kit, das ich als Erstes gestickt hatte, ließ ich zunächst das „Shelburne Museum“ unter dem Rahmen weg. Das kam später noch dazu, weil es mit dem Zusatz besser in den Rahmen passte.

Shelburne Museum Muster
Shelburne Museum Muster

Hier seht ihr nun das fertige, gerahmte Werk mit beiden Stickbildern. Inzwischen – nach gut einjährigem Herumstehens – hängt das Bild nun auch in unserem Wohnzimmer an der Wand. The Posy Collection zeigt auf seiner Website noch weitere Motive aus dem Shelburne Museum als Kits an. Diesen Shelburne Sampler hatte ich ebenfalls ins Auge gefasst. Hier finden sich beide Motive wieder samt dem Pilothouse (Steuerhaus) der Ticonderoga. Auch Tinkle, The Cat, ist im Sampler vertreten, die nach einem Gemälde gemacht wurde, das sich in der Sammlung des Museums befindet. Sehr hübsch auch das Shelburne Quilt Monogram.

Noch abschließend ein paar Tipps für alle, die es nach Vermont verschlagen sollte. Wir haben diesen Bundesstaat der USA wirklich unterschätzt. Er hat trotz seiner geringen Größe sehr viel zu bieten. Man sollte sich unbedingt bei einem der Welcome Center eine State Map besorgen. Auf dieser finden sich auf der Rückseite zahlreiche Attraktionen beschrieben. Wir konnten beispielsweise nicht umhin und haben uns die Vermont Teddy Bear Company angesehen, die gleich um die Ecke vom Shelburne Museum liegt. Für einen geringen Unkostenbeitrag von 3 Dollar kann die Fabrik besichtigt werden. Selbstverständlich kamen wir nicht umhin, einen der süßen Bären zu adoptieren :-)! Leider hatten wir nur zwei Übernachtungen in Burlington vorgesehen und mussten weiter in Richtung Boston. Auf dem Weg nach Boston kamen wir kurz nach Burlington auf der Interstate I-89 an Waterbury, Vermont, vorbei. Dieser unscheinbare Ort ist die Heimat von Ben & Jerry´s Ice Cream, das auch bei uns immer populärer wird. Wir lieben dieses Eis und so war eine Fabrik Tour ein Muss! Die Tour kostet ebenfalls 3 Dollar und endet natürlich mit einer Kostprobe!! Auf der State Map waren noch zahlreiche andere interessante Dinge und wir werden sicher beim nächsten Mal mehr Zeit für Vermont einplanen!

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