Delta Queen Centennial
Delta Queen Centennial

Dieses Muster wurde anlässlich des 100. Geburtstags der Delta Queen Steamboat Company im Jahr 1990 von Redbone Valley veröffentlicht. Margaret Calrson aus Vicksburg, Mississippi, zeichnet für das Design verantwortlich. Es zeigt das damalige Firmenlogo ergänzt durch die Jahreszahlen 1890 und 1990 sowie 100th Anniversary. Das Boot ist natürlich die Delta Queen.

100th Anniversary Delta Queen Steamboat Company
100th Anniversary Delta Queen Steamboat Company

Das Muster ist 152 Stiche breit und 132 Stiche hoch. Gestickt auf einem 14 Count Aida ist es ca. 10 3/4 inches auf 9 1/2 inches groß. Gestickt wird nur mit drei Farben von DMC, 310 black, 666 red und 797 blue. Ich habe es auf einem 18 count Aida gestickt. Unten hätte man noch links Name und rechts Datum einsticken können, sei es die eigenen Initialen und das Stickdatum oder der Name des Boots und der Fahrt, die man gemacht hat. Dies habe ich allerdings nicht gemacht, denn bei zehn Fahrten mit den Raddampfern wäre mir die Wahl wohl schwer gefallen.

Aber was hat es mit der Delta Queen Steamboat Company auf sich? Ein Blick in die Geschichte:

Am 22. Juni 1890 kam der damals 28-jährige Kapitän Gordon Christopher Greene von Nashville zurück nach Pittsburgh. In Nashville hatte er auf einer Auktion den Raddampfer „H. K. Bedford“ (1890 -1898) ersteigert und gründete damit die Gesellschaft Greene Line Steamers. Seine junge Ehefrau Mary Becker Greene begleitete ihren Mann und erwarb kurze Zeit später ihr Kapitänspatent – als eine der ersten Frauen zu dieser Zeit. Die Flotte wuchs schnell an. Nach dem Tod von Gordon C. Greene im Jahr übernahmen seine Söhne Chris und Tom das Geschäft. 1944 starb überraschen Chris an einem Herzanfall und Tom sowie seine Mutter übernahmen das Ruder.

Delta Queen, Cincinnati, 2008
Delta Queen, Cincinnati, 2008

1946 war Tom Greene auf der Suche nach einem neuen Boot und fand dies in Kalifornien. Die beiden Raddampfer Delta King und Delta Queen lagen nach ihrem Einsatz für die US Navy dort auf Reede. In einer Auktion ersteigerte Tom Greene die Delta Queen für 46.250 Dollar am 17. Dezember 1946. Das Boot musste allerdings von Kalifornien zum Mississippi. Auf einer wohl einmaligen Reise wurde die Delta Queen durch den Panama Kanal nach New Orleans geschleppt. Dort wurde ihr Schaufelrad wieder montiert und sie machte sich aus eigener Kraft in Richtung Pittsburgh, wo sie für ihren künftigen Einsatz umgebaut wurde. Am 21. Juni 1948 erfolgte die erste Fahrt für die Greene Line Steamers.

Tom Greene ereilte dasselbe Schicksal wie seinen Bruder, auch er starb bereits 1950 an einem Herzinfarkt. Die Firma ging in die Hände seiner Frau Letha über. Ende der 1950er Jahre zwangen finanzielle Probleme Letha Greene alle Boote außer der Delta Queen zu verkaufen. Schließlich musste 1958 die Saison abgesagt werden. Der Kalifornier Richard Simonton kam Letha Greene zu Hilfe und übernahm die Firma. Ein weiterer Rückschlag kam durch das Saftey of Life at Sea Law, das hölzerne Aufbauten auf Schiffen mit mehr als 49 Passagieren verbot. Mit einer einzigartigen Medienkampagne erreichte man am 2. November 1970 eine Ausnahmegenehmigung, denn das auf Hochseeschiffe zugeschnittene Gesetz hatte Flussschiffe völlig übersehen.

Mississippi Queen, Cape Girardeau, 2006
Mississippi Queen, Cape Girardeau, 2006

Nach der Übernahme der Firma durch die Overseas National Airways (ONA) 1969 zog sich Letha Greene schließlich 1973 aus der Firma zurück. Die Greene Line Steamers wurden in Delta Queen Steamboat Company umbenannt. 1974 begann man mit dem Bau der bis dato größten Raddampfers, der Mississippi Queen, über deren Schicksal hier bereits berichtet wurde. Im April 1976 kaufte die Coca Cola Botteling Company die Firma, an der sich später noch die Prudential Lines beteiligte. 1995 kam die neu gebaute American Queen zur Flotte.

Der 11. September 2001 hinterlies seine Spuren auch in der Tourismusbranche. Die Muttergesellschaft der Delta Queen Steamboat Company, American Classical Voyages, musste am 19. Oktober 2001 Konkurs anmelden. Die Mississippi Queen und die American Queen beendeten ihre Fahrten und stellten dann den Betrieb ein. Die Delta Queen fuhr noch bis zum 5. Januar 2002. Im Mai 2001 erwarb Delaware North die Delta Queen Steamboat Company und am 26. August 2002 nahm die Delta Queen als erstes der drei Schiffe wieder den Betrieb auf. Doch am 29. August 2005 folgte mit Hurricane Katrina ein weiterer Schicksalsschlag. Die Saison 2006 der American Queen wurde abgesagt, sie diente als Unterkunft für Ölarbeiter.

Im Oktober 2005 übernahm Abassadors International die Delta Queen Steamboat Company und benannte sie in Majestic America Line um. 2007 nahmen die American Queen und die Delta Queen wieder ihren Betrieb auf. Die Mississippi Queen sollte umfangreich umgebaut werden und blieb in New Orleans. Doch dann eine weitere schlechte Nachricht, die bisher alle 10 Jahre verlängerte Ausnahmegenehmigung für die Delta Queen lief zum 31. Oktober 2008 aus und wurde vom Kongress nicht mehr verlängert. Ende 2008 stellte die Majestic America Line ihren Betrieb ein. Die Delta Queen ging im Februar 2009 als Hotelschiff nach Chattanooga. Die Missisippi Queen wurde im Sommer 2011 abgebrochen.

American Queen, Cincinnati, 2007
American Queen, Cincinnati, 2007

Im Sommer 2011 wurde die American Queen, die nach dem Konkurs von Ambassadors International an die US Maritime Administration zurückgefallen war, welche für den Bau Kredite gewährt hatte, von einer engagierten Gruppe gekauft. Am 12. April 2012 soll die American Queen wieder ihren Dienst aufnehmen unter der neuen Firma Great American Steamboat Company. Nach gut drei Jahren wird 2012 wieder ein Raddampfer als Kreuzfahrtschiff auf dem Mississippi und Ohio fahren.

Advertisements