Jahrzehntelang war Kolmsperger Handarbeiten im ORAG-Haus am Sankt-Jakobs-Platz in der Münchner Innenstadt eine Institution für Kreuzstichfreunde. Rolf Zoller hatte den Laden Ende der 1980er Jahre von Maria Kolmsperger übernommen. Dort gab es neben Stickzubehör noch den klassischen Münchner Kreuzstich. Hierbei handelt es sich um traditionelle Muster, vorwiegend für Tischdecken und andere klassische Aussteuer-Wäsche, die mittels einer Matrize und manilablauem Pauspulver auf den Leinenstoff übertragen werden. Das Pauspulver wäscht sich dann bei der ersten Wäsche nach dem Sticken heraus. Die Muster sind traditionell monochrom, also nur mit einer Farbe gestickt. Vor einigen Jahren schloss der Laden im ORAG-Haus und es blieb lediglich eine Internet-Seite samt kleinem Online-Shop. Durch einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung erfuhr ich, dass Herr Zoller in seinem Stammgeschäft in der Lindwurmstraße 133 die Tradition des Münchner Kreuzstichs weiter führt. Der Laden ist eigentlich ein Geschäft für Berufsbekleidung nahe des Schlachthofviertels gleich bei der Zenettistraße (U-Bahn Poccistraße). Doch im Keller lagert Herr Zoller über 1.000 Matrizen für Kreuzstich-Muster im Münchner Kreuzstich. Außerdem ist Herr Zoller die erste Adresse für Kreuzstich-Muster für Hosenträger von Lederhosen. Ein paar Beispiele finden sich im Online-Shop, doch die wahren Schätze finden sich nur vor Ort.

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